Und immer muss sich was bewegen. Nur nicht ruhen oder stehen bleiben. Stillstand bedeutet Rückschritt.

Das waren über Jahre Kernsätze meines Lebens. Vieles habe ich ausprobiert und versucht. Einiges ist hängen geblieben. Vieles werde ich noch ausprobieren. Nur – ruhiger werde ich es angehen. Als Tribut an das fortschreitende Alter und meine Gesundheit.

Gross geworden bin ich in einem Handwerksbetrieb. Mein Grossvater Zimmermann, mein Vater ursprünglich Bäcker Konditor wurde er später begeisterter Parkettleger. Schon früh habe ich gelernt, meine Hände eizusetzen. Das habe ich über viele Jahre getan und will es noch viele Jahre tun. Obwohl – hin und wieder hätte ich besser erst den Kopf eingesetzt. Doch der war irgendwie schwerfälliger als die Hände.

Wie lange ich schon drechsle? Die Jahre habe ich nie gezählt. Was ich heute mache, habe ich in den letzten Jahren aufgebaut, gepflegt und immer Neues dazu gelernt. Ich bin noch lange kein Meister und werde nie einer werden. Drechseln ist mir Therapie, Herausforderung und Erholung, drechseln wurde zu meinem Lebensinhalt. Die innige Beziehung zu Holz und die Freude am drehenden Stück auf der Drechselbank geben mir laufen die Kraft und die Motivation jeden Tag anzugehen und bewusst zu leben. Früher oftmals grenzenlos, heute bewusster an die Grenzen gehend. Grenzen erleben finde ich heute noch eine sehr wichtige Erfahrung. Dazu ist man nie zu alt.

Grenzerfahrungen mit Holz sind etwas Besonderes. Holz ist lebendig, oft unberechenbar, anmutig, liebevoll und herausfordernd. Kein Stück ist gleich wie das andere. Jedes für sich einzigartig. Holz kann heilen und zerstören. Holz ist warm und angenehm im Griff. Ohne Holz kein Leben. Holz – ein wichtiger Bestandteil des Universums und wichtiger Bestandteil in meinem Leben.

Oft sage ich, dass mein Vater mein erstes Bett aus Holz gemacht hat. Damit versuche ich meine lange Beziehung zum Holz zu beschreiben. Es war immer da. Ob als Brennholz, Baustoff, Spielzeug oder Dekoration. Holz war immer in meiner Umgebung hat mich immer begleitet, war immer greifbar. Bei jeder Tätigkeit, in jedem Job.

Holz ist heute Inspiration, Ruhe, Beschäftigung, Herausforderung, Erfolg und Misserfolg. Und Basis für viele Geschichten. Holz als stehender Baum, als drehendes Stück oder als fertiges Objekt in meinen Händen. Holz als Energiequelle  für eine warme Suppe oder ein wärmendes Feuer. Immer verdient es meine Ehrfurcht und Bewunderung.

Obwohl Holz klar im Zentrum meines Tuns ist, arbeite ich auch immer wieder mit Ton, Stahl und Gips. Stahl brauche ich um meine Holzarbeiten herstellen zu können. Ob in Form von Werkzeugen oder Maschinen. Manchmal muss ich mir Werkzeuge oder Maschinenzubehör selber herstellen, um an die gewünschten Produkte heranzukommen.

Alles was sich bewegt, dreht oder gegen den Himmel wächst, interessiert mich. Ob Maschine, Pflanze oder Mensch. Die Jugend verdient meine grösste Aufmerksamkeit. Sie ist unsere Zukunft. Für sie dürfen wir Arbeiten, Gestalten und vor allem: BEWAHREN. Sie verdient unsere ganze Aufmerksamkeit. Ihr müssen wir mitgeben, was wir an Erfahrungen gemacht und an Erkenntnissen gewonnen haben. Egal in welcher Form. Ich versuche es mit meiner Arbeit und mit Geschichten. In alten Zeiten haben Grosseltern ihren Enkelkindern ihr Wissen weiter gegeben. Dies ist in der jüngeren Vergangenheit leider verloren gegangen. Noch immer ist vieles an Wissen und Erkenntnissen nicht geschrieben und kann nicht weiter gegeben werden, wenn wir es nicht tun. Vom wissenden Mund zum unwissenden Ohr.

Besuchen Sie mich in meiner Werkstatt an der Hauptstrasse 134, 8762 Schwanden GL oder auf einer der Veranstaltungen, die ich besuche. Wo ich gerade bin, erfahren sie auf der Seite „Wanderkalender„.

Gerne nehme ich mir die Zeit, für einen Schwatz oder meine Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.

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